Evangelisch-lutherische

Kirchengemeinde 

St. Clemens-Romanus

Pfarrbüro

Hoyaer Straße 59

31608 Marklohe

 

Tel. 05021 3746
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„Gottesdienst zeitgleich an verschiedenen Orten“

Bitte für weitere Gottesdienste aufbewahren!

Vorbereitung:

Kerze entzünden, Predigt, Bibeltext und Lied des Sonntags bereitlegen oder auf der Homepage aufrufen

 

·      Einstimmung

Die Glocken haben geläutet und zum Gebet gerufen.

Jesus sagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.

Wir sind versammelt. An unterschiedlichen Orten. Zur gleichen Zeit. Im Glauben.

Wir feiern in Gottes Namen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.  Amen.

 

·      Gebet zur Einkehr und zur Verbundenheit miteinander an verschiedenen Orten

(Für Einzelne)

Gott.

Ich bin hier.

Und Du bist hier.

Ich bete zu Dir.

Und weiß: Ich bin verbunden.

Mit Dir.

Mit anderen, die zu Dir beten.

Genau jetzt.

Genau so.

Ich bin hier.

Und Du bist hier.

Das genügt.

Und ich bringe Dir alles, was ist.

Stille

Höre auf unser Gebet. Amen.

(Für Gemeinschaften)

Gott.

Wir sind hier.

Und Du bist hier.

Wir beten zu Dir.

Und wissen: Wir sind verbunden.

Mit Dir.

Mit anderen, die zu Dir beten.

Genau jetzt.

Genau so.

Wir sind hier.

Und Du bist hier.

Das genügt.

Und wir bringen Dir alles, was ist.

Stille

Höre auf unser Gebet. Amen.

 

·      Bibeltext des Tages

 

·      Predigt (Eine Predigt, die während oder nach dem zeitgleichen Gottesdienst gelesen werden kann, wird spätestens am Tag vor dem jeweiligen Gottesdienst auf der Homepage eingestellt!

 

·      Lied des Tages (Text lesen oder singen)

 

 

·      Fürbitten

(Für Einzelne)

Gott.

Wir sind verbunden. 

Als Menschen mit Menschen.

Als Glaubende miteinander.

Als Glaubende und Menschen mit Dir.

 

Ich bringen Dir meine Gedanken, mein Danken und meine Sorgen.

Heute.

Stille

 

Ich denke an alle, die ich liebe.

Was tun sie gerade.

Stille.

 

Ich denke an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.

Stille.

 

Ich denke an alle Kranken.

Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können.

Stille.

 

Ich denke an alle, die helfen.

Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Stille.

 

Gott.

Wir sind Deine Menschen.

Wir sind miteinander verbunden.

Atmen die Luft Deiner Schöpfung.

Beten zu Dir in allem, was ist. 

Beten zu Dir mit den Worten, die schon Dein Sohn Jesus gebetet hat und die uns im Herzen wohnen:

(Für Gemeinschaften)

Gott.

Wir sind verbunden. 

Als Menschen mit Menschen.

Als Glaubende miteinander.

Als Glaubende und Menschen mit Dir.

 

Wir bringen Dir unsere Gedanken, unser Danken und unser Sorgen.

Heute.

Stille

 

Wir denken an alle, die wir lieben.

Was tun sie gerade.

Stille.

 

Wir denken an alle, die in diesen Zeiten noch einsamer sind.

Stille.

 

Wir denken an alle Kranken.

Und an alle Kranken in Krankenhäusern, die keinen Besuch haben können.

Stille.

 

Wir denken an alle, die helfen.

Sie setzen sich und ihre Kraft und ihre Gaben ein füreinander.

Stille.

 

Gott.

Wir sind Deine Menschen.

Wir sind miteinander verbunden.

Atmen die Luft Deiner Schöpfung.

Beten zu Dir in allem, was ist. 

Beten zu Dir mit den Worten, die schon Dein Sohn Jesus gebetet hat und die uns im Herzen wohnen:

 

Vaterunser im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wil­le geschehe, wie im Himmel so auf Er­den. Unser tägliches Brot gib uns heu­te und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schul­digern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen, denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlich­keit in Ewigkeit.      Amen.

 

·      Segen (Hände öffnen und laut sprechen):

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 

·      Kerze löschen

Liturgie Hausandacht Gottesdienst zeitgleich
Gottesdienst zeitgleich an verschiedenen Orten
2021 Liturgie Hausandacht Gottesdienst z
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Sonntag Palmarum, 10.4.2022

Bibeltext der Woche: Johannes 12, 12-19

Als die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so an ihm getan hatte.  Die Menge aber, die bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, bezeugte die Tat. Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

 

Lied der Woche: EG 91 Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken

 

1) Herr, stärke mich, dein Leiden zu bedenken, mich in das Meer der Liebe zu versenken,

die dich bewog, von aller Schuld des Bösen uns zu erlösen.

 

2) Vereint mit Gott, ein Mensch gleich uns auf Erden und bis zum Tod am Kreuz gehorsam werden,

an unsrer Statt gemartert und zerschlagen, die Sünde tragen:

 

3) welch wundervoll hochheiliges Geschäfte! Sinn ich ihm nach, so zagen meine Kräfte,

mein Herz erbebt; ich seh und ich empfinde den Fluch der Sünde.

 

4) Gott ist gerecht, ein Rächer alles Bösen; Gott ist die Lieb und lässt die Welt erlösen.

Dies kann mein Geist mit Schrecken und Entzücken am Kreuz erblicken.

 

7) Da du dich selbst für mich dahingegeben, wie könnt ich noch nach meinem Willen leben?

Und nicht vielmehr, weil ich dir angehöre, zu deiner Ehre.

 

8) Ich will nicht Hass mit gleichem Hass vergelten, wenn man mich schilt nicht rächend wiederschelten,

du Heiliger, du Herr und Haupt der Glieder, schaltst auch nicht wieder.

 

Predigt (Markus 14, 3-9)

Gnade sei mit euch und Friede von dem, der da war und der da ist und der da kommt. Amen.

Liebe Gemeinde!

Der Krieg in der Ukraine führt uns gerade deutlich vor Augen, dass manche Entscheidungen, die getroffen werden, erst viel später Konsequenzen haben. Zu hören sind derzeit immer wieder Vorwürfe an Politiker wegen ihrer verfehlten Russland Politik in den vergangenen Jahrzehnten. Es ist die Rede von wirtschaftlichen Verstrickungen, die man eingegangen ist, und die den jetzigen Aggressor Putin stark gemacht haben.

Es ist sicher richtig, dass immer wieder mal die Augen verschlossen worden sind, um eigene – oft wirtschaftliche - Interessen verfolgen zu können. Andererseits aber ist es einfach nicht möglich, alle Optionen des Handelns im Blick zu haben. Besonders, wenn man an eine Sache mit gesundem Menschverstand herangeht und ein anderer sich nur wenig von Vernunft leiten lässt. 

            Was im weltpolitischen Bereich gilt, das ist aber auch für unsere alltägliches Leben so. Immer wieder treffen wir Entscheidungen, und können stets nur im Nachhinein sagen, was richtig oder falsch war, was wir anders hätten machen können oder sollen. Erst im Rückblick können wir erkennen, wo wir eingebunden gewesen sind in das, was andere von uns erwartet haben, wo wir uns von Zwängen in eine ganz andere Richtung haben drängen lassen, als wir eigentlich wollten. Wie gut oder schlecht eine getroffene Entscheidung war, stellt sich oftmals erst sehr viel später heraus.

Die Frage, ob eine Tat richtig oder falsch ist, begegnet uns auch im Markusevangelium, aus dem unser heutiger Predigttext stammt. Er berichtet von den letzten Tagen Jesu folgendes:

            „Als Jesus in Bethanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.“

            Die Frau hat eine mutige Entscheidung getroffen. Sie hat eine Männergesellschaft gestört, hat die vielen klugen Reden unterbrochen, um zu tun, was das Herz ihr sagt.

            Die Einwände der Betroffenen kann ich aber auch gut verstehen. Da wird ein gemütliches Beisammensein gestört, die versammelte Runde wird aufgeschreckt wegen einer Salbung. Hätte die Frau ihr Werk, wenn es denn schon sein musste, denn nicht vorher oder hinterher tun können?

     Und es ist natürlich die Frage, ob dieser Aufwand überhaupt nötig ist! 300 Silbergroschen sind der Jahreslohn eines Tagelöhners. Wäre das Geld nicht sinnvoller für die zahllosen Armen des Landes ausgegeben worden als für diese Tat des scheinbaren Luxus?

            Aber das, was die Frau für Jesus getan hat, entzieht sich meiner Meinung nach solcher Beurteilung. Taten der Liebe sind nicht immer einsehbar und verstehbar, sie haben oft nichts mit Mathematik oder Ökonomie zu tun. Sie zeugen mehr von Hingabe und von Verschenken. Aufwand und Nutzen werden bei einer Tat der Liebe nicht in Form einer Bilanz gegeneinander aufgerechnet.

            Jesus hat folgendermaßen reagiert:

„Lasst sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis.“

Jesus reagiert – wie so oft – auch hier anders, als es seine Zuhörer erwarten. Für Jesus wird die Tat dieser Frau zu einem Zeichen, fast zu einer prophetischen Zeichenhandlung: Seht, hier reden wir noch miteinander und haben geschwiegen über das, was kommen wird. Nur diese Frau tut das, was nun einzig angemessen ist. Sie salbt mich für meinen Tod. Ihr aber wollt das nicht verstehen und zeigt euch nur unwillig. Doch es gibt Momente, in denen nur noch eines zählt: die Hingabe. Gerade in solchen Momenten, in denen es um Leben und Tod geht.

Der bevorstehende Tod Jesu erschüttert alles bisher Dagewesene. Hier ist nur die Wohltat der Liebe die angemessene Antwort – auch wenn sie von außen betrachtet, unvernünftig erscheint. Sie geht unter die Haut und bringt Jesus wieder dazu, das auszusprechen, was seine Jünger nicht hören und nicht verstehen wollen, sondern mit allen Kräften abwehren: Mein Leib wird für mein Begräbnis gesalbt.

„Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.“

            Die Tat jener Frau im Hause Simons des Aussätzigen wird genauso im Gespräch bleiben wie die Flucht der Jünger, die Verleugnung des Petrus und der Verrat des Judas. Die ganze Heilsbotschaft wird im Zusammenhang mit dieser Frau und ihrer Tat verkündigt werden. Das Zeichen der Liebe soll und wird im Gedächtnis bleiben.

            Denn diese Frau erkannte als Erste die Wichtigkeit des Leidens Jesu. Sie verleugnet es nicht, sondern sie schaut hin. Sie leidet mit und wagt sich - wie die anderen Frauen, die am Ostergeschehen beteiligt sein werden – hin zur Stätte des Leidens und des Todes.

            Diese Frau hat die Bedeutung des Leidens Jesu erkannt, dieses Leiden, das im Tod Jesus zum Sieger werden lässt. Dieses Leiden, das der Evangelist Johannes folgendermaßen einordnet in die Heilsbotschaft einordnet:

            „Der Menschensohn muss erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.“

            Die Frau hat als erste die Bedeutung des Leidens Jesu erkannt und sie hat entsprechend gehandelt. Gegen die Konvention, gegen die Vernunft. Sie hat gehandelt aus Liebe und hat so ihre Chance genutzt, ein Teil des Heilsgeschehens um Jesus zu sein.

            Wir sehen im Rückblick, dass wir oft Chancen verpassen und vertun. Hinterher bemerken wir, dass wir auf die Konventionen, auf die Angst vor dem Gerede der Leute gehört haben und nicht auf unser Herz.

            Verpasste Liebe, versäumtes Leben, das gibt es immer wieder. Aber durch das Verhalten der Frau in Bethanien soll uns Mut gemacht werden, unseren Gefühlen zu trauen und ihnen zu folgen. Wir können dabei lernen, dass es die Taten der Liebe sind, die uns zum Leben führen.

            Die Taten des Herzens verhindern nicht den Gang der Dinge, das müssen wir alle früher oder später am eigenen Leib erfahren. Das Leid und der Schmerz werden dadurch nicht aufgehalten oder verkleinert. Und doch sind die Taten der Liebe wie ein Hauch Leben mitten im Tod.

            Immer wieder brauchen wir die Ermutigung durch solche Geschichten wie die von der Salbung in Bethanien. Wir brauchen diese Ermutigung im Alltag, um unser Herz lebendig zu erhalten. Wir brauchen sie vor jeder Entscheidung, die wir treffen – in der Jugend und im Alter. Wir brauchen die Ermutigung, um schwere Zeiten durchleben zu können. Wir brauchen sie, damit ein Strahl der göttlichen Liebe in unser Herz fällt und uns Wärme und Trost gibt zu allen Zeiten des Lebens.              Amen. 

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere menschlichen Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Predigt Sonntag Palmarum - 10.04.2022
Palmarum 1004[100].pdf
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Der Herr segne dich ...