Predigtgottesdienst (ab Heiligabend 12 Uhr)

 

Gottesdienst Heiligabend zuhause

Vorbereitung:

Wir hören auf die Markloher Glocken (jeweils 10 Minuten ab 14.20 Uhr, 15.20 Uhr, 16.50 Uhr und 18.20 Uhr)

Auf youtube ist das Markloher Geläut zu finden, das abgespielt werden kann, wenn die Glocken nicht zu hören sind: https://www.youtube.com/watch?v=P12jBRqfruU

(Hinweis: Die Gesamtdauer beträgt 11:43 Minuten, das Geläut der einzelnen Glocken beginnt bei 1:30, volles Geläut ab 9:04!)

 

Eine Kerze wird angezündet oder die Kerzen am Weihnachtsbaum brennen.

 

Einstimmung

Heiligabend. Heilige Nacht.

Gott ist in der Welt.

Und wir sind da. Viele Menschen, verstreut und doch verbunden.

Heute denken überall auf der Welt Christinnen und Christen an die Weihnachtsgeschichte.

Denken an Engel, Hirten und Tiere.

Und daran, dass Gott Mensch geworden ist.

Wir feiern in seinem Namen, im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied (gesungen oder gelesen): Macht hoch die Tür, EG 1, 1-3

1. Macht hoch die Tür, die Tor´ macht weit; 

es kommt der Herr der Herrlichkeit, ein König aller Königreich',
ein Heiland aller Welt zugleich, der Heil und Leben mit sich bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer, reich von Rat! 

2. Er ist gerecht, ein Helfer wert;

Sanftmütigkeit ist sein Gefährt, sein Königskron' ist Heiligkeit,

sein Zepter ist Barmherzigkeit; all unsre Not zum End' er bringt,

derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Heiland, groß von Tat!

 

3. O wohl dem Land, o wohl der Stadt,

so diesen König bei sich hat. Wohl allen Herzen insgemein,

da dieser König ziehet ein. Er ist die rechte Freudensonn,

bringt mit sich lauter Freud und Wonn.

Gelobet sei mein Gott, mein Tröster früh und spat.

 

Gebet

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, mein's Herzens Tür dir offen ist! Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch mir erschein. Dein Heil'ger Geist mich führ' und leit' den Weg zur ew'gen Seligkeit! Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr'! Amen.

 

 

Die Weihnachtsgeschichte nach Lukas 2, 1-20

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt wür­de. Und diese Schätzung war die aller­erste und geschah zu der Zeit, da Qui­rinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Gali­läa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weib; die war schwanger. Und als sie dort waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.

Und es waren Hirten in der selben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und dei Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfah­ren wird, denn euch ist heute der Hei­land geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himm­lischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Men­schen seines Wohlgefallens.

Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen.

Als sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, das zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über das, was ihnen die Hirten gesagt hatten.

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.

 

Lied (gesungen oder gelesen): Ich steh an deiner Krippen hier EG 37, 1-4

Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; 

ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. 

Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel und Mut, nimm alles      hin

und lass dir's wohlgefallen.

 

2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren

und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. 

Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, 

wie du mein wolltest werden. 

 

3. Ich lag in tiefster Todesnacht, du warest meine Sonne, 

die Sonne die mir zugebracht Licht, Leben, Freud und Wonne. 

O Sonne, die das werte Licht des Glaubens in mir zugericht', 

wie schön sind deine Strahlen. 

 

4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; 

und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. 

O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, 

dass ich dich möchte fassen!

 

Predigt lesen

 

Fürbitte und Vaterunser

Jesus, Kind in der Krippe. Heiland der Welt

Wir sind hier. Verstreut und doch verbunden.

Voller Freude und voller Angst.

Mach hell in uns, was dunkel ist.

Mach heil in uns, was verwundet ist.

Verwandle, was zerstört ist.

In uns und in der ganzen Welt.

 

Wir denken an alle, die wir liebhaben.

Was tun sie gerade?

 

Stille

 

Wir denken an all die Orte, an denen du gebraucht wirst: auf dem Meer, an Land, in den Lagern, in den Häusern. 

 

Stille

 

Wir denken an deine Liebe, an dein Leuchten.

Stelle uns und die ganze Erde in dein Licht.

 

Stille

 

Wir beten, wie du es uns gelehrt hast:

Gemeinsam wollen wir beten, wie Jesus es uns gelehrt hat:

Vaterunser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille gesche­he, wie im Himmel so auf Erden. Unser täg­liches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unse­ren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bö­sen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

 

Segen

 

Gott segne uns und behüte uns.

Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig.

Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen.

 

Lied (gesungen oder gelesen): O du fröhliche EG 44, 1-3

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Welt ging verloren, Christ ist geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit!
Himmlische Heere jauchzen Dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Liturgie Heiligabend
2020 Liturgie Heiligabend zuhause.pdf
Adobe Acrobat Dokument 60.5 KB

 

Heiligabend, 24.12.2020

 

Predigt  

Gnade sei mit Euch und Friede von dem, der war und der da ist und der da kommt. Amen.

 

Liebe Gemeinde am Heiligen Abend,

Weihnachten ist die Zeit der Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte. Und in diesem Jahr ist sie das ganz besonders, finde ich. Aber es sind irgendwie völlig andere Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte als sonst.

Im Grunde genommen hoffen und wünschen wir seit dem Beginn der Corona-Pandemie, dass die Infektionen zum Stillstand kommen oder rückläufig sein mögen. Besonders durch den Teil-Lockdown im November gab es die Hoffnung, das Wachstum zu stoppen, damit Weihnachten in einem größeren Kreis gefeiert werden kann. Diese Hoffnungen haben sich nicht erfüllt, Lockerungen waren nicht möglich, es wurde sogar ein erneuter Lockdown nötig. So bleiben an diesem Weihnachtsfest viele Sehnsüchte unerfüllt.

            All die Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte dieser Zeit zeigen mir aber besonders, liebe Gemeinde, worauf es wirklich im Leben ankommt. Wir alle würden heute sicher gern auf Geschenke verzichten, wenn wir stattdessen Nähe, Vertrauen, Geborgenheit ganz direkt erleben könnten. Wenn die Menschen, die uns lieben und die wir lieben, wirklich alle bei uns sein könnten.   

So feiern wir nun dieses Weihnachtsfest voller Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte auf bessere Zeiten. Zeiten, in denen all das, was derzeit nicht geht, wieder möglich ist. Wir feiern es voller Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte, die nicht nur für einen Tag, nicht nur für dieses Weihnachtsfest gelten, sondern dauerhafter, umfassender sind. Und genau diese Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte sind der Kern jedes Weihnachtsfestes.

            Im Alten Testament waren die Propheten Sprachrohr für die Hoffnungen, Wünsche und Sehnsüchte der Menschen. Hören wir, was vor langer Zeit der Prophet Jesaja verheißen hat:

„Da wird der Wolf beim Lamm wohnen und der Panther beim Böcklein lagern… denn das Land ist voll Erkenntnis des Herrn, wie das Wasser das Meer bedeckt. … Und es wird geschehen zu der Zeit, dass die Wurzel Isais dasteht als Zeichen für die Völker. Nach ihm werden die Völker fragen, und die Stätte, da er wohnt, wird herrlich sein.“

Paradiesische Zustände sind es, die uns der Predigttext da schildert. Ein Friedensreich wird uns vor Augen gemalt, dessen Farben wie aus einer anderen Welt zu sein scheinen. Da kommt neue Hoffnung auf. Hoffnung auf Frieden; Hoffnung nach einem versöhnten Zusammenleben. Das Bild dieses Friedenreiches zeigt uns, dass offen sein können für neue Zuversicht und an die Liebe glauben dürfen.

            Auch, wenn in diesem Jahr vieles schwer fällt: Die Weihnachtstage sind doch Hoffnungstage. Das Weihnachtsfest ist eine der Quellen, aus der die Lebenskräfte gespeist werden.

            Denn Gott selbst hat sich auf den Weg in diese Welt hinein gemacht. Er kommt uns nahe - uns Menschen, die wir uns abquälen mit den verschiedensten Widrigkeiten des Lebens. Gott kommt uns nahe, um uns von dem Druck zu befreien, die Welt aus eigener Kraft heil machen zu müssen. Er schenkt uns die Kraft, die wir zum Leben benötigen. Er schenkt sie uns, indem er sagt: Ich bin bei euch – mit meiner Kraft.

            Am Weihnachtsfest erinnern wir uns an die Nähe Gottes durch die Geburt eines Kindes. Als Christinnen und Christen glauben wir, dass damit das verheißene Friedensreich angebrochen ist. Jesajas Erwartungen haben sich für uns in diesem kleinen Kind erfüllt. Mit seiner Kraft hat Jesus Menschen zu allen Zeiten dazu gebracht, ihren Glauben zu leben mit viel Hoffnung und Zuversicht.

            Das Geheimnis dieser Zuversicht und Hoffnung liegt für mich darin, dass Jesus immer wieder davon gesprochen hat, dass das Himmelreich „nahe herbeigekommen“ sei, dass das Friedensreich also schon angebrochen ist. Es geht darum – auch in diesem Jahr -, dass wir uns von Jesus mit auf den Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe nehmen lassen und dass wir auch andere mit auf den Weg nehmen. Je mehr es werden, desto größer wächst das Friedensreich.

            Es wächst mit all denen, die Jesajas Worte auf Jesus beziehen und aus dieser Kraft leben:

            „Auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“

            Das Friedensreich, das Jesaja verkündet hat, es wächst mit denen, die Jesus annehmen, die dadurch teilhaben an seiner Kraft, Frieden zu stiften, Liebe zu verbreiten und die Welt zu heilen.

            Das Friedensreich wächst mit all denen, die den weihnachtlichen Worten des Engels an die Hirten in Bethlehem vertrauen: „Fürchtet euch nicht, ich verkündige euch große Freude, denn euch ist heute der Heiland geboren.“

            Weihnachten ist die Zeit der Hoffnungen, Wünsche, Sehnsüchte, deshalb:

            Ich wünsche mir, dass wir die Zusage des Engels spüren: Uns ist heute der Heiland geboren, der uns heil macht, der uns aus aller Dunkelheit, Verzagtheit und Mutlosigkeit heraushilft.

Ich hoffe, dass daraus ein Leben entsteht, in dem Liebe, Zufriedenheit und Segen sich ausbreiten und dass diese durch uns an andere weitergeben werden.

Damit all unsere Sehnsüchte nach dem, was das Leben heil macht, erfüllt werden!

            Ich wünsche besonders in diesem Jahr gesegnete, hoffnungsvolle Weihnachten.

            Amen.

 

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als all unsere menschlichen Vernunft, der bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Predigt Heiligabend 24.12.2020
Heiligabend 2412.pdf
Adobe Acrobat Dokument 83.2 KB